• Link zur Seite versenden
  • Ansicht zum Drucken öffnen
 

Niederdeutsch

Niederdeutsch

Die Geschichte der plattdeutschen Sprache

 

Die Silbe "platt" leitet sich von platisdüütsch ab, das bedeutet "klares Deutsch". Ein schönes Beispiel ist das Wort "moin", es ist die Kurzform von moien und bedeutet schön, angenehm, weshalb man dieses Wort Tag und Nacht zur Begrüßung sagen kann.


Plattdeutsch gehört zur indogermanischen Sprachfamilie, sie ist über 1500 Jahre alt, damals kam es zur zweiten Lautverschiebung, bei der die ober-, mittel- und niederdeutschen Sprachen entstanden, wobei plattdeutsch und auch die anderen nordeuropäischen Sprachen diese Lautverschiebung nicht mitgemacht haben, wohl aber alle anderen deutschen Dialekte. Dies ist ein wichtiger Grund dafür, dass plattdeutsch eine eigenständige Sprache und kein Dialekt ist. 


Nördlich der "Benrather Sprachlinie"(diese verläuft von Benrath am Niederrhein über Göttingen nach Frankfurt/Oder) wird plattdeutsch gesprochen. Es gibt viele plattdeutsche Dialekte, die sich teilweise sehr stark unterscheiden.


800-1500 war die niederdeutsche Hansesprache die Verkehrssprache in Nordeuropa, selbst die russischen Zaren sprachen plattdeutsch. 


Ab 1500 verdrängte das Meißener-Kanzleideutsch (Hochdeutsch) allmählich das Plattdeutsche. Hundert Jahre später war plattdeutsch nur noch Volkssprache. 


Im 19. Jahrhundert gewann Plattdeutsch dank Klaus Groth, Fritz Reuter, Johann Hinrich Fehrs u.a. Literaten in Kultur, Kirche und in den Medien wieder an Bedeutung.


Heute ist das Plattdeutsche als "europäische Kultursprache" in der Europäischen Charta der Minderheitensprachen aufgenommen.