Die Welle (April 2003)

Theaterstück von Reinhold Tritt – nach einem Experiment von Ron Jones

Regie: Gerhard K. Stuhr

 

Es geschah 1967: San Francisco auf dem Höhepunkt der Hippiebewegung, Flower-Power und Blumenkinder waren Symbol einer Ausrichtung auf Freiheit und Individualität. Genau in dieser Zeit startet der Lehrer Ron Jones ein gewagtes Experiment. In seiner Geschichtsklasse glaubt niemand, dass eine Minderheit eine Mehrheit einschüchtern und beherrschen kann. Wenn die Mehrzahl aller Deutschen unter Hitler keine Nazis gewesen sind, warum haben sie nicht versucht, den Holocaust zu verhindern? Zur Beantwortung solcher Fragen startet das Experiment. Schon nach wenigen Schulstunden hat Ron Jones seine Klasse so diszipliniert, dass schnell klar wird: die meisten Schüler sind bereit, ihre Individualität zugunsten eines bequemen, unselbständigen und disziplinierten Verhaltens aufzugeben. Nach fünf Tagen folgen die Schüler blindlings Jones Anweisungen und kommen zu einer Versammlung, wo der Führer einer neuen Jugendbewegung mit Namen "Die Welle" sein Programm zur Rettung der Nation vor Sitten- und Moralverfall verkünden soll. Jones hält den Versammlungsteilnehmern den Spiegel vor und konfrontiert sie mit ihrer Bereitschaft, ihm und der Bewegung bedingungslos folgen zu wollen.

Zehn Jahre später hat Morton Rhue die Vorfälle in seinem Aufsehen erregenden Buch "Die Welle" beschrieben, zwanzig Jahre später, wird dieses Experiment als Bühnenstück präsentiert.

MIMIKRI gehörte zu den 250 Gruppen, die auf dem Kirchentag 2003 in Berlin spielen durften - ausgewählt aus über 750 Bewerbungen. „Die Welle" wurde im Carrousel-Theater aufgeführt, das mit über 400 Plätzen das größte Kinder- und Jugendtheater Deutschlands ist. Bereits zwei Stunden vor der Aufführung erschienen die ersten Besucher. Als dann endlich Einlass war, dauerte es keine fünf Minuten, bis der Saal voll war und draußen Schilder mit „Halle überfüllt" hochgehalten wurden. Nach dem letzten Satz des Theaterstücks herrschte für Sekunden Stille, das Licht ging aus und dann setzte ein donnernder Applaus ein - mit Schreien und Pfeifen. Standing Ovation für MIMIKRI.

Tlw. mussten die jungen Leute - zum ersten Mal in ihrem Leben - Autogramme geben. Bemerkenswert war, dass einige, die in der ersten Aufführung keinen Platz mehr bekommen hatten, zwei Stunden vor der Tür gewartet haben, um wenigstens in der zweiten ein Plätzchen zu finden - auch hier mussten wieder rund 150 Menschen „nach Hause geschickt werden". Diese Aufführung endete ebenfalls mit Standing Ovation. Im weiteren Verlauf des Kirchentages wurden die Darsteller sogar von einigen Leuten auf der Straße wieder erkannt, angesprochen und mit dem Welle-Gruß begrüßt. Was für ein Erfolg für die Jugendgruppe MIMIKRI, die erst ein Jahr vorher gegründet wurde und mit „Die Welle" ihr erstes Stück einstudiert hatte!

 

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Darsteller:

Sunja Juliana Abbé, Albulena Bajrami, Hauke Becker, Nina Eggers, Marcel Graff, Sarah Höhner, Annekathrin Isenberg, Andreas Kraus, Mara Müller, Andrej Nikonov, Tim Peters, Sebastian Warncke, Anita Wester

 

Hinter der Bühne waren tätig:

Nadine Sausel (Souffleuse), Eckhard Daden (Technik)