
Der ehemalige Lehrer, Bürgervorsteher und Stadtverordnete Heinz Beusen gründete am
23. November 1935 mit 17 Laienspielern die Niederdeutsche Bühne Ahrensburg „Stormarner Speeldeel e.V.“. In seinen Erinnerungen „Mit dem Thespiskarren unterwegs“ schreibt er hierzu wie folgt:
„Ein Zufall führte dazu, dass ich ihr Gründer wurde. …“
(> weiter lesen).
Heinz Beusen wurde am 3. April 1900 in Kiel geboren, ist dort zur Schule gegangen und Lehrer geworden. Da er eigentlich „Bildende Kunst“ studieren wollte, absolvierte er nach der ersten Lehrerprüfung noch sechs Semester an der Landes-Kunstschule in Hamburg. Im Mai 1927 stand er dann das erste Mal auf den Brettern, die die Welt bedeuten: Professor Mensing von der Niederdeutschen Bühne Kiel hatte ihn anlässlich der 700-Jahr-Feier von der Schlacht bei Bornhöved als Mitspieler für das „Bornhöved-Festspiel“ gewonnen. Dies war der Anfang eines langen Theaterlebens vor und auf der Bühne, aber immer stand bei ihm auch der Erhalt der Niederdeutschen Sprache im Mittelpunkt.
1935 zog die Familie nach Ahrensburg, wo Heinz Beusen bis zu seiner Pensionierung am 31. März 1963 als Lehrer an der Schlossschule und zuletzt als Konrektor tätig war.
Von der Gründung der Niederdeutschen Bühne in demselben Jahr war Heinz Beusen bis zum Jahr 1978 und damit über 40 Jahre der Bühnenleiter der Stormarner Speeldeel. Er hat bei unzähligen Theaterstücken Regie geführt und auch selbst auf der Bühne gestanden. Unter seiner Leitung begnügte sich die Bühne bewusst nicht mit vorprogrammierten heiteren Erfolgsstücken, sondern wagte sich oft in Neuland, studierte Problemstücke ein. „Wir wollen keine reine Unterhaltungsanstalt sein, sondern immer gutes Theater spielen.“[1] Sein Qualitätsanspruch prägt die Niederdeutsche Bühne Ahrensburg bis heute.
Heinz Beusen wurde vielfach für seine Verdienste für die Pflege und den Erhalt der niederdeutschen Sprache und die Stormarner Speeldeel ausgezeichnet. Vom Niederdeutschen Bühnenbund erhielt er sowohl die silberne Ehrenmedaille für 25 Jahre als auch die goldene für 40 Jahre Mitgliedschaft. Anlässlich seiner 50jährigen Mitgliedschaft erhielt er dann den sog. „Ehrenbrief“ des Niederdeutschen Bühnebundes – dort war er seit dem 7. Mai 1927 Mitglied und von 1951 bis 1965 auch im Vorstand der Landesgruppe Schleswig-Holstein.
Am 19. November 1975 erhielt er in Anerkennung seines langjährigen Einsatzes um die niederdeutsche Sprache aus der Hand des damaligen Sozialministers des Landes Schleswig-Holstein, Karl Eduard Claussen, den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland am Bande.
Aber Heinz Beusen war nicht „nur“ der Leiter der Niederdeutschen Bühne Ahrensburg, er gehörte ab 1949 auch für die SPD zur Stadtverordnetenversammlung der Stadt Ahrensburg. Von 1969 bis 1974 war er dann Bürgervorsteher der Stadt Ahrensburg und anschließend stellvertretender Bürgervorsteher. Er war Mitbegründer und Vorsitzender des „Vereins Theater und Musik“ und auch Vorsitzender des Ahrensburger Kunstvereins.
Heinz Beusen verstarb am 25. März 1979.
