Die Geschichte der NBA von 1935 bis 1949
1935

Die Niederdeutsche Bühne Ahrensburg „Stormarner Speeldeel“ e.V. wurde am 23. November 1937 gegründet.
Das erste Stück, das die NBA unter der Leitung von Heinz Beusen einstudierte, war „De Straf“, ein „pläseerlich Spill in eenen Törn“ von Alma Rogge. Die NBA hat dieses Stück anlässlich ihres 75jährigen Jubiläums im Jahre 2010 erneut einstudiert.
von links: Hildegard Reppenhagen, Heinz Beusen, Anna Böttger, Edgar Ahrens, Wilhelm Westermann, Wilhelm Beuck und Anna BrandtDas erste „richtige Stück“ der NBA war dann der Dreiakter „Snieder Nöhrig“ von Paul Schurek, die Erstaufführung fand am 20. Januar 1937 in Sasel statt.
Links das älteste, im Archiv vorhandene Foto aus "Sodom un Gemorrha" aus dem Jahr 1937.
1938
Die Stadt Ahrensburg zahlte einen ersten Zuschuss an die Stormarner Speeldeel in Höhe von 50,-- Mark. Heinz Beusen kaufte von dem Geld fünf Perücken.
1939
Die Niederdeutsche Bühne Stormarner Speeldeel erhielt mit Schreiben vom 2. März 1939 folgenden Beschluss des Präsidenten der Reichstheaterkammer:
„Auf Grund des § 3 des Theatergesetztes vom 15. Mai 1934 (RGBl. I. S. 411) in Verbindung mit den §§ 3 und 5 der Verordnung zur Durchführung des Theatergesetzes vom 18. Mai 1934 (RGBl. I S. 413) wird hiermit
der Niederdeutschen Bühne Stormarner Speeldeel, Ahrensburg / Holstein, vertreten durch den Leiter Heinz Beusen, Ahrensburg, Manhagenerallee 9
(Mitglied des Niederdeutschen Bühnenbundes) die Zulassung zur Veranstaltung von ständigen Theateraufführungen mundartlicher Volksstücke für die Zeit vom 2. März 1939 bis zum 31. August 1939 erteilt."
Als Spielgebiet wurden die Kreise Stormarn und Lauenburg zugewiesen - zu einer Zeit, in der „ein eigenes Auto" und gut ausgebaute Straßen alles andere als selbstverständlich waren.
1943 bis 1947
Während des Krieges wurde es immer schwieriger, die Stücke zu spielen, da die männlichen Darsteller zur Wehrmacht eingezogen wurden.
Mit Ablauf der Spielzeit 1942/43 musste die Bühne bis 1947 pausieren.
1947

Im Oktober 1947 wurde der Spielbetrieb mit dem Stück „Dumen op den Bütel" wieder aufgenommen. Die damalige Spielstätte „Lindenhof" war von den Engländern besetzt, man musste deshalb in Schierhorns Gasthof auf einer relativ kleinen Bühne spielen.
1948
Die NBA begann 1948 damit, Abonnenten zu werben, um einen festen Besucherstamm zu erreichen. Der Werbeslogan lautete „Für 50 Pfennig im Monat 4 x im Jahr ins Theater". Innerhalb kurzer Zeit hatte die NBA 1.000 Abonnenten.
Ein besonderer Service war, dass der alte Vater Manhardt mit seinem Rad zum Kassieren fuhr, von Bünningstedt bis Großhansdorf, von Delingsdorf bis zum Hagen. Monatlich kassierte er die 50 Pfennige ein und brachte gleichzeitig die Karten ins Haus.
1949
Foto aus "Up Düwels Schuvkar" (1949)Mit Schreiben vom 27. Juni 1949 erhielt die Niederdeutsche Bühne „Stormarner Speeldeel" mit der lfd. Nr. 99/49 eine Lizenz für Theater- und Musikveranstaltungen gemäß Verordnung 107 der Militär-Regierung. Danach war Heinz Beusen berechtigt, innerhalb des Landes Schleswig-Holstein der britischen Zone Deutschlands Aufführungen Niederdeutscher Bühnenwerke öffentlich darzubieten. Die Zahl der Aufführungen war auf 60 im Jahr beschränkt.
